(2018) WordPress migrieren mit cPanel in 3 Schritten – so einfach kann es sein

WordPress migrieren in cPanel
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Wer schonmal versucht hat, eine WordPress-Webseite zu migrieren, wird bereits Erfahrung mit verschiedenen Plugins wie Duplicator gesammelt haben. Doch solche Plugins funktionieren nur unter bestimmten Bedingungen. Und wenn es mal nicht funktioniert, kann es viele Gründe dafür geben (max execution time, etc…). Deshalb möchte ich euch heute eine Methode zeigen, welche IMMER funktioniert und im Vergleich mit den gängigen Plugins nur minimal zeitaufwendig ist.

Voraussetzungen

  • cPanel-Zugriff auf das ursprüngliche Webverzeichnis eurer Domain
  • cPanel-Zugriff auf das Verzeichnis der neuen Domain
  • Falls euer Host kein cPanel verwendet, reicht auch der entsprechende FTP-Zugang und Verwendung eines Scripts

In dieser Methode utilisieren wir den File Manager in cPanel. Dieser erlaubt es uns, ganze Ordner mit einem Klick in einem .zip-Archiv zu archivieren. Verwendet euer Host kein cPanel, so gibt es auch andere Methoden, um Dateien über FTP zu archivieren. Die verlinkte Methode ist zwar etwas aufwendig, jedoch ist dies für euch die Möglichkeit, absolut jede WordPress-Webseite zu migrieren – egal, von welchem Host.

Schritt 1: WP-Dateien in neues Verzeichnis kopieren

Zunächst müssen wir die WordPress-Dateien ins neue Verzeichnis kopieren. Öffnet dafür in cPanel den File Manager. Wählt in der Liste der Domains die Domain aus, von welcher ihr die Dateien übertragen möchtet. Stellt außerdem sicher, dass ihr die Checkbox für versteckte Dateien auswählt.

File Manager in cPanel öffnen

Vergesst nicht, hidden files (.dotfiles) anzuzeigen.

Wählt im FTP-Hauptverzeichnis eurer Webseite nun alle Dateien aus, indem ihr sie mit gehaltener STRG bzw. Shift-Taste anklickt. Wichtig: wählt keine unendlichen Ordnerstrukturen aus (z.B. /www/www/www/www/…). Wenn ihr ein solches Verzeichnis auswählt, erhaltet ihr eine Fehlermeldung.

Dateien im File Manager auswählen

Wie im Windows-Explorer können mehrere Dateien durch Halten der Shift oder Strg-Taste und Klicken ausgewählt werden.

Klickt nun oben rechts auf „Compress“. Erstellt nun das .zip-Archiv der Dateien. Nachdem der Vorgang beendet ist, ladet die Seite neu (F5). Nun könnt ihr die .zip-Datei herunterladen. Wenn ihr die Seite auf demselben Server duplizieren bzw. bewegen möchtet, könnt ihr die .zip-Datei nun mit „Move File“ (oben links) in das entsprechende Verzeichnis bewegen. Wenn ihr die Seite auf einen anderen Server installieren möchtet, so öffnet das entsprechende Verzeichnis im File Manager des anderen Servers und ladet das .zip-Archiv dort hoch.

Nachdem ihr das Archiv im korrekten Ordner hinterlegt habt, wählt es durch anklicken aus und wählt oben rechts „Extract“. Nun wird das .zip-Archiv entpackt und der neue Ordner sollte identisch mit dem alten Ordner sein. Damit habt ihr den ersten Schritt geschafft!

Schritt 2: Neue Datenbank anlegen

Nun müssen wir die Datenbank kopieren und für unsere neue Domain anlegen. Öffnet dafür in cPanel unter Databases „phpMyAdmin“. Dort findet ihr eine Liste der Datenbanken, die auf dem Server liegen.

Wenn ihr mehrere Datenbanken habt, kann es schwierig sein, die Richtige zu finden. Doch mit der folgenden Methode geht dies ganz einfach: Wählt in der Liste links eine Datenbank aus und findet darin die „_options“-Tabelle. In dieser Tabelle findet ihr die Werte „siteurl“ und „home“. Diese Werte beinhalten die URL eurer WordPress Installation. Wenn die URL der eurer ursprünglichen Domain entspricht, habt ihr die richtige Datenbank gefunden.

Wählt nun in der Liste links die entsprechende Datenbank aus und wählt dann im Menü „export“. Exportiert die Datenbank im .sql-Format und speichert die Datei auf eurem Rechner.

In phpMyAdmin Datenbanken exportieren

Stellt sicher, dass ihr beim exportieren die gesamte Datenbank (nicht einzelne Tabellen) auswählt.

Anschließend müssen wir eine neue Datenbank anlegen. Geht dafür in cPanel neben phpMyAdmin auf „mySQL Database Wizard“. Erstellt die neue Datenbank und notiert Datenbankname, -nutzer und Passwort an einem sicheren Ort.

Geht zurück zu phpMyAdmin und wählt eure neu erstellte Datenbank in der Liste aus. Klickt nun neben Export auf „Import“ und importiert die SQL-Datenbank, die ihr soeben heruntergeladen habt. Nun sollte auch eure neue Datenbank identisch mit der alten sein.

Schritt 3: Parameter anpassen

Nun sind wir fast fertig. Es müssen nur noch einige Werte an den neuen Server angepasst werden.

Zunächst müssen wir die neue wp-config.php ändern. Diese befindet sich im Rootverzeichnis eurer WordPressinstallation. Die folgenden Werte müssen geändert werden:

/** The name of the database for WordPress */
define('DB_NAME', 'DATENBANK_NAME');
/** MySQL database username */
define('DB_USER', 'DATENBANK_USERNAME');
/** MySQL database password */
define('DB_PASSWORD', 'DATENBANK_PASSWORT');

Die entsprechenden Daten habt ihr im vorherigen Schritt notiert.

Anschließend muss auch eure Datenbank angepasst werden. Geht dafür in phpMyAdmin auf eure neu angelegte Datenbank und wählt die „_options“-Tabelle aus. Hier müsst ihr nun die alten „siteurl“- und „home“-Werte auf die neue URL setzen.

Und fertig! Wer diesen Vorgang einmal gemacht hat, ist in der Lage, jede WordPress-Webseite unabhängig von Tools zu migrieren.

Fehlerbehebung

Nach Migrieren auf die neue Domain sehe ich dort eine 404-Fehlermeldung.

Stellt zunächst sicher, dass ihr alle Schritte korrekt durchgeführt habt und besonders, ob ihr die entsprechenden Werte in Schritt 3 korrekt angepasst habt.

Sollte dies das Problem nicht beheben, liegt das Problem höchstwahrscheinlich beim SSL-Zertifikat. Wenn eure alte Seite ein SSL-Zertifikat hatte, müsst ihr auch auf der neuen Seite ein entsprechendes Zertifikat installieren. Dies könnt ihr in cPanel unter Security > „Let’s Encrypt“ tun.

Vergesst auch nicht, beim Troubleshooting den Browsercache zu deaktivieren, z.B. durch Verwendung des privaten Modus.

Bilder und Links werden auf dem neuen Server nicht korrekt angezeigt.

Dies ist nicht anders zu erwarten, solltet ihr eure Links mit vollständigen URLs hinterlegt haben. Da sich die URL eurer Seite verändert hat, zeigen diese Links bzw. die Verlinkung der Bilder auch weiterhin auf die alte URL. Wenn ihr alle Links eurer Seite aktualisieren müsst, empfiehlt sich die Verwendung eines Plugins.

Schlauer ist es allerdings, beim programmieren eurer Webseite keine vollständigen Links zu nutzen, sondern mit kurzen Links zu arbeiten. Möchte ich zum Beispiel von diesem Blogpost auf eine andere Unterseite auf Picnature verlinken, so muss ich nicht den ganzen Link angeben: <a href="https://picnature.de/webdesign/"> sondern es reicht, den Link ohne die Stammdomain zu setzen <a href="/webdesign/">. Der Kontext der URL ergibt sich von selbst; picnature.de muss dafür nicht extra angegeben werden.

„Error establishing Database Connection“

Wie in der Fehlermeldung deutlich wird, kann hier keine Verbindung zur Datenbank hergestellt werden.

Checkt zunächst, ob ihr die wp-config.php richtig konfiguriert habt und ob Datenbankname, -user und Passwort korrekt hinterlegt sind. Es kann auch sein, dass ihr unter define('DB_HOST', 'localhost'); den Datenbankhost ändern müsst. Während bei den meisten Hosts die Datenbank auf demselben Server liegt (=localhost), kann es vereinzelt vorkommen, dass ihr eine vollständige Adresse für eure Datenbank hinterlegen müsst. Diese entnehmt ihr der Dokumentation eures Hostingproviders oder ihr kontaktiert den Host direkt.

Weitere Ressourcen

Du konntest dein Problem nicht lösen? Dann hinterlasse einen Kommentar oder schreibe uns eine Email unter bugsupport@picnature.de. Wir antworten normalerweise innerhalb eines Werktages.


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